Smart Cities 

Erstellung Normungs-Roadmap "Smart Cities" beschlossen  

Nach Angaben der OECD werden bis zum Jahre 2050 rund 70 % der Weltbevölkerung in Städten leben. Wir befinden uns inmitten eines Urbanisierungsprozesses von bisher unbekanntem Ausmaß. Während die heutigen Städte, vor allem in Europa, den städtebaulichen Planungsprinzipien des frühen 19. Jahrhunderts folgen, ist diese isolierte Einzelbetrachtung der Versorgungssysteme aufgrund exponentieller Bevölkerungszunahme und der damit einhergehenden Zunahme der Verkehrsdichte nicht mehr zeitgemäß. Vielmehr gilt es also, bei der Modernisierung der Städte die Versorgungsdienste in einem holistischen Ansatz zu betrachten und eine dynamische Infrastruktur zu gewährleisten, die auf temporäre Veränderungen gezielt reagiert und die Vernetzung und Kommunikation der einzelnen Bedarfe, auch im Hinblick auf die demografischen Veränderungen, sicherstellt.

Eine solche Stadt, in der die verschiedenen Bereiche wie z. B. Gebäude, Sicherheit und Schutz, Mobilität sowie Energie intelligent zusammenwirken, nennt man „Smart City“.

Demografischer Wandel, Klimaveränderungen, Energiewende und der sichere Umgang mit Daten sind dabei nur einige der Herausforderungen für die Städte der Zukunft. Daher entwickelt sich in diesem Bereich auch ein großer Bedarf an neuen, intelligenten Lösungsstrategien.

Bestehende, historisch gewachsene Städte beispielsweise in Europa sowie boomende, neue Städte in den Entwicklungs- und Schwellenländern, haben oft ähnliche technologische Herausforderungen. Die Umsetzung der Lösungen kann und muss hingegen individuell angepasst werden, um einerseits effizient zu sein, andererseits auch den Charakter der Städte, die Individualität und damit die Lebensqualität der Menschen die darin wohnen, beizubehalten.

Die Durchsetzung neuer Technologien auf dem Weg zu „Smart Cities“ wird wesentlich von ihrer Vernetzungs- und Kommunikationsfähigkeit abhängen. Grundvoraussetzung dabei ist eine durchgängige Interoperabilität der Teilsysteme, welche durch europäische und internationale Normen und Spezifikationen sichergestellt werden muss.

Die DKE als nationale Normungsorganisation hat daher in Kooperation mit dem DIN die Entwicklung einer nationalen Normungs-Roadmap „Smart Cities“ beschlossen und mit den Arbeiten daran begonnen. Mit Unterstützung von deutschen Unternehmen, Forschungseinrichtungen, Städten und Verbänden soll die Normungs-Roadmap den Bedarf an Normen und Spezifikationen im technischen Bereich sowie im Dienstleistungsbereich aufzeigen und als strategische Vorlage für die europäische und internationale Normungsarbeit, z. B. bei der „Smart and sustainable cities and communities” - Coordination Group (SSCC-CG) von CEN, CENELEC und ETSI sowie der IEC System Evaluation Group (SEG) Smart Cities, dienen.

 
 
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